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Browser und XHTML

Ein paar Sätze dazu...

Als Webmaster befindet man sich häfig in einem Zwiespalt: Zum einen möchte man seine Seiten möglichst ansprechend, „modern“ und effektvoll gestalten, zum anderen will man aber auch, dass jeder seine Seiten betrachten kann. Doch häufig schließt das eine das andere aus – ältere oder einfache Browser stoßen bei einer aufwändigen grafischen Gestaltung unter Verwendung diverser HTML-Ergänzungen (dazu unten mehr) schnell auf ihre Grenzen. Andersherum hält es einen Besucher länger auf Seiten, die ihn gestalterisch ansprechen.

Wer muss also in den sauren Apfel beißen? Inzwischen wird einem die Entscheidung leichter gemacht als noch vor einigen Jahren, denn inzwischen gibt es offizielle (und auch anerkannte) Standards für den Quellcode der Seiten (HTML) und dessen Erweiterungen. Wie viele (aber bei weitem nicht alle) andere Webmaster und Webdesigner habe ich diesen Weg gewählt.

In diesem Text möchte ich aufzeigen, was hinter der sogenannten standardkonformen Gestaltung steckt, wo es dabei zu Problemen kommt und warum es nicht egal ist, welchen Browser man verwendet.

Ein bisschen Geschichte

Um das ganze Thema ein bisschen besser zu verstehen, sollte man sich die Vergangenheit der Browser und Internetseiten etwas näher ansehen. Ich werde es aber bei einer kurzen Übersicht belassen.

Noch vor einigen Jahren gab es die oben erwähnten Standards noch nicht. Das Internet war jung und das Angebot dort war recht klein. Aber schon damals wurden die Seiten mit der auch heute noch verwendeten Auszeichnungssprache HTML beschrieben. Doch von den heute bekannten und möglichen Effekten war noch nichts zu sehen. Die Seiten bestanden aus Fließext, hatten eine einheitliche Hintergrundfarbe und vielleicht mal eine Hervorhebung durch andersfarbige Schrift. Dass diese Möglichkeiten im immer interessanter werdenden Worldwide Web nicht ausreichen, wurde relativ schnell klar.

Also begannen die Firmen, die die beiden „großen“ (sprich weit verbreiteten) Browser entwickelten, die Sprache HTML zu erweitern. Die beiden Firmen waren übrigens Netscape (mit dem Browser Netscape Navigator) und Microsoft (mit dem Browser Internet Explorer). Das Problem war nur: Die beiden Firmen erweiterten die Sprache nicht mit-, sondern gegeneinander, das bedeutet, dass der eine Browser bestimmte „Befehle“ (in Form von HTML-Tags oder Attributen) verstand, der andere aber damit nichts anfangen konnte, oder noch schlimmer, dass der selbe Quellcode von beiden Browsern sehr unterschiedlich interpretiert wurde. Ebenso verhielt es sich mit dem Konzept, eine Scriptsprache zu integrieren, um die Dokumente zur Laufzeit zu verändern: Netscape entwickelte JavaScript (das übrigens mit der Programmiersprache Java bis auf eine ähnliche Syntax gar nichts zu tun hat), Microsoft das sehr ähnliche JScript.

Als Gestalter einer Website hatte man es damals recht schwer: Man konnte kaum eine Seite gestalten, die von beiden Browsern gleichwertig unterstützt wurde – es sei denn, man reduzierte sie auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. In dieser Zeit kam es auch häufig vor, dass man eine Seite schlichtweg gar nicht betrachten konnte, weil man den „falschen“ Browser hatte.

Beide Firmen versuchten (auf Kosten der Einheitlichkeit von HTML und deren Erweiterungen) ihre Marktposition zu stärken bzw. auszubauen. Zunächst hatte Netscape bei weitem die Nase vorne, doch als Microsoft das Betriebssystem Windows zusammen mit dem Internet Explorer auslieferte, kippten die Anteile relativ rasch. Bis heute hat Microsoft in Sachen Browser den grösten Marktanteil. (Mit Netscape lief es hingegen nicht so gut, die Firma wurde aufgekauft.)

Das W3C und die Standardisierung

Um der sich selbst treibenden Auseinanderentwicklung von HTML ein Ende zu setzen, wurde das World Wide Web Consortium gegründet, das bis heute festlegt, welche Sprachelemente zu HTML und den Erweiterungen gehören und wie sie zu interpretieren sind. Dabei versuchte man, das Beste aus beiden Welten herauszuholen. Man übernahm aus den konkurrierenden Sprachelementen diejenigen, die am geeignetsten schienen, und fasste diese (zusammen mit einigen neuen Elementen) zu einem Standard. Die von diesem Zeitpunkt erschienenen Browser hielten sich (zumindest in größeren Teilen) an den vorgegeben Standard.

Dieses Konzept dauert bis heute fort. Inzwischen ist man auf dem Weg, den Inhalt von der Gestaltung zu trennen und hat den Standard XHTML entwickelt, gekoppelt mit einer weiteren Erweiterung, den Stylesheets (CSS), in denen die „Design-Informationen“ übergeben werden. Auch gibt es das Document Object Model, eine Schnittstelle in der Scriptsprache JavaScript, um das Dokument zu verändern. Diese drei Standards werden auf diesen Seiten von mir zur Darstellung verwendet.

Doch das Konsortium kann die Entwickler der Browser natürlich nicht verpflichten, diese Standards zu einhundert Prozent umzusetzen. Und die Entwicklungszeit, bis diese Standards umgesetzt sind, sollte man auch nicht vernachlässigen. Doch inzwischen hatten die Entwickler der Browser genug Zeit, diese Standards zu integrieren, sodass ein standardkonformes Dokument (das sich also an diese Standards hält, und zwar ausnahmslos) mit jedem modernen Browser betrachtet werden kann.

Was ist ein moderner Browser

Ganz einfach: Ein moderner Browser ist ein Browser, der die aktuellen Standards mit so gut wie keinen Einschränkungen unterstützt. Als moderner Browser gilt üblicherweise die neueste Version eines Browsers. Dabei muss man allerdings aufpassen, denn der Internet Explorer der Version 6, der bis vor einiger Zeit noch der aktuellste Browser von Microsoft war (inzwischen ist Version 8 fertiggestellt), hat so viele Funktionen dieser Standards (noch) nicht oder falsch interpretiert, dass man ihn nicht als „modernen“ Browser bezeichnen kann.

Sollten Sie diese Seite also nicht normal betrachten können – weil z. B. das Menü oder der Text nicht angezeigt wird oder verschoben ist – so liegt es höchstwahrscheinlich daran, dass Ihr Browser nicht aktuell ist. Aber das ist kein Grund zur Verzweiflung, denn es ist recht leicht, sich einen modernen und aktuellen Browser zu verschaffen:

Wenn Sie es vorziehen, mit dem Internet Explorer zu surfen, können Sie auf den noch von Microsoft unterstützten Betriebssystemen (Windows 2000 und XP) zumindest den IE 7 per Online-Update installieren. Mehr Informationen finden Sie dazu bei Microsoft selbst.

Sollten Sie einen anderen Browser, wie z. B. Firefox / Mozilla / SeaMonkey oder Opera, verwenden, prüfen Sie, ob es bereits eine neuere Version dieses Browsers gibt. Denken Sie auch daran: Regelmäßige Updates sorgen für mehr Sicherheit, da dabei hauptsächlich Sicherheitslücken entfernt werden. Die meisten Browser können kostenlos auf den Webseiten der Entwickler heruntergeladen werden.

Wenn Sie nicht an Ihrem eigenen Rechner sitzen, sondern an einem PC in einer Firma oder Institution, fragen Sie den Systemadministrator nach einer aktuellen Version des Browsers.

Vielleicht noch ein kleiner Hinweis am Rande: Kein Browser ist perfekt, jeder Browser hat auch Schwachstellen in der Darstellung – der eine mehr, der andere weniger. Beim Design der Seiten verfahre ich deshalb folgendermaßen: Getestet werden die Seiten mit Firefox 3.x, Opera 9.x, InternetExplorer 7.x und 8.x und Konqueror 3.5.x. Dabei wird darauf geachtet, dass jeder dieser Browser die Seite fehlerfrei darstellt. Allerdings baue ich keine Workarounds für offensichtliche Fehler einzelner Browser ein. In solchen Fällen kann es dann passieren, dass die Seite nicht so „schön“ aussieht wie mit den anderen Browsern, die diesen Fehler nicht haben; allerdings lege ich Wert darauf, dass die Seite weiterhin funktionsfähig ist. Sollten Sie die Fehler in Ihrem Browser zu sehr stören, nutzen Sie doch einfach einen anderen, der diesen Fehler nicht hat.

Die barrierefreie Textversion

Doch natürlich sollen auch Nutzer mit einem alten oder einfachen Browser – aber auch sogenannte Spider für Suchmaschinen – auf diesen Seiten fündig werden. Deshalb gibt es die Inhalte auch als Textversion ohne „grafischen Schnickschack“. Dazu folgen Sie einfach diesem Link. Diese Textversion können Sie auch dazu verwenden, den Text auszudrucken, da es durch die Seitengestaltung durchaus vorkommen kann, dass der Text mit einigen Browsern in der „normalen“ Version nicht komplett ausgedruckt werden kann. Die Inhalte der beiden Versionen sind völlig identisch, lediglich das Design der Seite ändert sich.

So eine reine Textversion nutzt auch auf einem Gebiet, das noch viel zu wenig beachtet wird: Ein akustischer Browser („Screenreader“), der die Inhalte vorliest, wie ihn z. B. blinde Menschen verwenden, kann mit Grafiken nicht viel anfangen. Eine solche Textversion ermöglicht es, dass jeder mit minimalen Voraussetzungen die Seite besuchen kann und die Informationen bekommt. Zwar nicht schön designed und farbig, aber in vielen Fällen reicht der reine Inhalt. Denn wer bewusst in Kauf nimmt, dass die Informationen einzelnen Personen vorenthalten werden, handelt unfair.

Ich hoffe, dieser Text hat ein kleines bisschen Licht ins Dunkel der Browser gebracht, und hat gezeigt, dass auch ein Browser nicht unfehlbar ist.

Alle Texte sind erstellt von Daniel J. Höpp und stehen unter der Creative Commons Attribution Share Alike Lizenz 3.0 (cc-by-sa)